E-Zigaretten, umgangssprachlich auch Vapes genannt, sind vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Oft werden sie als weniger schädliche Alternative zur klassischen Zigarette beworben.
Doch Professor Gerasimos Varelis, Leiter des varisano Lungenzentrums am Klinikum Frankfurt Höchst, warnt davor, die gesundheitlichen Risiken zu unterschätzen.
Aktuelle Studien zeigen, dass immer mehr Erwachsene, aber vor allem Jugendliche Vapes konsumieren. Gleichzeitig fehlen bislang belastbare Langzeitdaten zu den Auswirkungen des Dampfens.
„Wir können heute noch nicht sicher beurteilen, welche gesundheitlichen Folgen der regelmäßige Konsum über viele Jahre hat“, erklärt Professor Varelis.
Bereits jetzt beobachtet das Team des Lungenzentrums jedoch zunehmend Patient:innen mit Beschwerden, die mit dem Konsum von E-Zigaretten in Zusammenhang stehen. Dazu zählen Atemnot, chronischer Husten und asthmaähnliche Symptome.
„Wir sehen eindeutig, dass die Atemwege belastet werden“, so der Lungenfacharzt. Auch Hinweise auf Schäden an Schleimhäuten und Atemwegen liegen bereits vor.
Varelis zieht Parallelen zur Geschichte des Tabakrauchens: Auch klassische Zigaretten galten lange Zeit als modern und unbedenklich – die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen wurden erst Jahrzehnte später wissenschaftlich belegt. Deshalb sei gerade jetzt auch bei Vapes Vorsicht geboten.
Besonders wichtig ist aus Sicht des Experten eine frühzeitige Aufklärung. Eltern, Schulen und Politik müssten gemeinsam dazu beitragen, junge Menschen über die Risiken des Vapens zu informieren. Auch als Methode zur Rauchentwöhnung sind E-Zigaretten laut Professor Varelis keineswegs geeignet.
Stattdessen empfiehlt er wissenschaftlich fundierte Entwöhnungsprogramme mit psychologischer und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung. Unter anderem bietet das varisano Krankenhaus in Bad Soden Unterstützung bei der Raucherentwöhnung an.
Sein Fazit: Solange die langfristigen gesundheitlichen Folgen nicht ausreichend erforscht sind, sollte der Konsum von E-Zigaretten – insbesondere bei Jugendlichen – nicht verharmlost, sondern vermieden werden.