Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Wie gehe ich mit Ängsten, äußerlichen Veränderungen und Therapienebenwirkungen um? Was gibt mir in dieser Zeit Halt? Und wo finde ich Menschen, die nachempfinden können, was ich gerade erlebe?
Antworten auf diese Fragen entstehen überwiegend im persönlichen Austausch. Genau hier setzt der varisano-Treff für onkologische Patient:innen an. In Kooperation mit der Frauenselbsthilfe Krebs entsteht ein Raum, in dem Betroffene ihre Erfahrungen teilen, sich gegenseitig stärken und voneinander lernen können.
Im Interview berichten Dr. med. Anne Vollmann, Chefärztin der Gynäkologischen Klinik am varisano Krankenhaus Bad Soden, sowie die Breast Care Nurses Jana Grimm und Melanie Menzel über den varisano-Treff.
Was ist der varisano-Treff für onkologische Patient:innen und wer kann daran teilnehmen?
Anne Vollmann: „Der varisano-Treff richtet sich an Krebspatient:innen und ihre Angehörigen. Er bietet einen geschützten Raum, in dem Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und Informationen rund um das Leben mit einer Krebserkrankung vermittelt werden können. So können Betroffene voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.“
Welche Rolle spielt der varisano-Treff neben der medizinischen Behandlung für Betroffene?
Anne Vollmann: „Der Treff ergänzt die medizinische Versorgung. Neben Diagnostik und Therapie finden Patient:innen hier Orientierung, emotionale Unterstützung und Austausch mit anderen Betroffenen. Dadurch können sie das Erlebte besser verarbeiten und ihre eigenen Ressourcen stärken.“
Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit mit der Frauenselbsthilfe Krebs für die Teilnehmenden?
Jana Grimm: „Durch die Zusammenarbeit entsteht ein besonders wertvoller Austausch: Medizinisches Fachwissen aus der Klinik trifft auf die Erfahrungen der Selbsthilfegruppe. Für die Teilnehmenden bedeutet das, dass sie sowohl fundierte Informationen und praktische Tipps erhalten als auch persönliche Erfahrungsberichte aus erster Hand kennenlernen.“
Welche Inhalte und Themen werden bei den Treffen behandelt?
Melanie Menzel: „Neben Themen wie Ernährung, Selbstfürsorge, Bewegung oder dem Umgang mit Nebenwirkungen bringen die Teilnehmenden ihre eigenen Fragen und Themen mit. So wird das Treffen besonders lebendig und richtet sich direkt nach den Bedürfnissen der Besucher:innen.“
Welche Rolle spielt der persönliche Austausch für Betroffene?
Jana Grimm: „Der persönliche Austausch ist für viele Betroffenen ein entscheidender Teil der Unterstützung. Er vermittelt, dass man mit seinen Sorgen und Herausforderungen nicht allein ist. Die Treffen bieten Raum, Gefühle zu teilen, Erfahrungen weiterzugeben und sich gegenseitig Mut zu machen. Oft entstehen hier auch neue Perspektiven und Wege, mit der Erkrankung umzugehen, die man allein vielleicht nicht entdeckt hätte.“
Was sollte ich vor dem ersten Besuch wissen?“
Melanie Menzel: „Der varisano-Treff für onkologische Patient:innen ist offen gestaltet und kostenfrei. Jeder ist willkommen, egal wie in welcher Phase der Erkrankung oder Therapie man sich gerade befindet. Wir empfehlen einfach, neugierig zu sein, eigene Fragen oder Themen einzubringen und sich auf den Austausch mit anderen einzulassen. Häufig berichten neue Teilnehmende, dass sie schon nach kurzer Zeit das Gefühl haben, angekommen zu sein und wertvolle Impulse mitzunehmen.“