Informationen für Patient:innen und Angehörige

Bei einer Behandlung einer Krebserkrankung in unserem Onkologischen Zentrum haben wir die Pflicht, einen Teil der durch das Klinikum erhobenen personenbezogenen Daten in einer gesonderten Datenbank für das Hessische Krebsregister zusammenzuführen. Die erfassten Daten leiten wir an die Vertrauensstelle der Landesärztekammer Hessen weiter, die diese anonymisiert an die Registerstelle übermittelt. Beide Stellen zusammen bilden das Hessische Krebsregister. Diese anonymisierten Daten werden für eine Verbesserung der Krebsbekämpfung (Ursachen, Risikofaktoren, Therapieerfolge) im Rahmen der medizinischen Forschung ausgewertet.

Tumordokumentation für das Hessische Krebsregister

Dieser Fragebogen richtet sich an Patient:innen bei denen ein Darmkrebs festgestellt wurde. Heutzutage ist bekannt, dass auch genetische Faktoren das Risiko für das Auftreten von Darmkrebs beeinflussen können. Mit Hilfe dieses Fragebogens kann ermittelt werden, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass bei Ihnen eine erbliche Form von Darmkrebs besteht.


Wenn Sie dies wissen möchten, beantworten Sie dafür bitte die folgenden Fragen:

  1. Wurde bei Ihnen oder einem Ihrer Eltern, Geschwister oder Kinder Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr festgestellt?
    Nein □   Ja □
     
  2. Wurden bei Ihnen oder einem ihrer Verwandten mehrere Krebserkrankungen gleichzeitig oder nacheinander in einem der folgenden Organe festgestellt? (Krebserkrankung in Dickdarm, Dünndarm, Magen, Gebärmutter (nicht Gebärmutterhals), Eierstöcke, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege, ableitende Harnwege, Gehirn oder Talgdrüsen)
    Nein □   Ja □
     
  3. Sind neben Ihrem Darmkrebs bei ihren Eltern, Geschwistern oder Kindern vor deren 50. Lebensjahr Krebserkrankungen in einem der folgenden Organe aufgetreten? (Dickdarm, Dünndarm, Magen, Gebärmutter (nicht Gebärmutterhals), Eierstöcke, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege, ableitende Harnwege, Gehirn oder Talgdrüsen)
    Nein □   Ja □
     
  4. Gibt es in Ihrer Familie neben Ihnen mindestens zwei weitere Personen, die an Darmkrebs oder an Krebserkrankungen an einem der folgenden Organe erkrankt sind? (Krebserkrankung in Dickdarm, Dünndarm, Magen, Gebärmutter (nicht Gebärmutterhals), Eierstöcke, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege, ableitende Harnwege, Gehirn oder Talgdrüsen)
    Nein □   Ja □
     
  5. Wurden bei Ihnen oder einem Ihrer Verwandten mehr als 10 Polypen gleichzeitig im Dickdarm gefunden oder die Diagnose einer „Polyposis“ gestellt?
    Nein □   Ja □

► Falls Sie mindestens eine der Fragen mit Ja beantwortet haben, ist es möglich, dass in Ihrer Familie eine erbliche Form von Darmkrebs vorliegt. Wir empfehlen Ihnen zur weiteren Klärung der Situation eine Vorstellung in einer humangenetischen Sprechstunde oder weiterführende Untersuchungen durch Ihre behandelnden Ärzte. Bei Verdacht auf ein Lynch-Syndrom (spezielle Form einer erblichen Darmkrebs-Erkrankung) ist die Einleitung einer Abklärung entsprechend dem in den entsprechenden Leitlinien empfohlenen Vorgehen sinnvoll.

► Wenn Sie keine Frage mit Ja beantwortet haben, ist das Risiko für das Auftreten von Darmkrebs in Ihrer Familie aber trotzdem höher als in der Allgemeinbevölkerung. Der Grund dafür ist der bei Ihnen festgestellte Darmkrebs. Daher sollten Ihre Eltern, Geschwister oder Kinderfrühzeitigere (Früherkennungs-)Untersuchungen wahrnehmen, als üblicherweise empfohlen wird. Welche Untersuchungen und in welchem Abstand diese durchgeführt werden sollten, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt / Ihrer behandelnden Ärztin.

Fragebogen entwickelt von der Arbeitsgruppe 'Familiärer Darmkrebs' des Instituts für Humangenetik, Universitätsklinikum Bonn Vers. 22.03.2019

Schnell-Check Darmkrebs