Psychosomatik

Psychosomatik beschreibt die Zusammenhänge zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden. Häufig werden die Zusammenhänge den Betroffenen erst mit Hilfe von Psychotherapie oder anderen Behandlungsmethoden bewusst. Die psychosomatische Behandlung setzt die Motivation voraus, Hilfe zur Selbsthilfe in Anspruch zu nehmen. Medikamente spielen in der Psychosomatik häufig eine untergeordnete Rolle.

Die Psychosomatik hilft Menschen mit schweren chronischen Störungen, ihre Krankheiten besser zu bewältigen oder zu akzeptieren. So geht es u.a. darum Therapien für chronische Erkrankungen zu zulassen,die beispielsweise Menschen mit chronischen Schmerzen oder Diabetes benötigen.

In der Abteilung Psychosomatik behandeln wir daher Patient:innen mit

  • psychosomatischen Störungen, z. B. funktionellen Beschwerden und chronischen Schmerzen,
  • psychischen Störungen in Zusammenhang mit schweren körperlichen Krankheiten,
  • Depressionen,
  • Angststörungen, Zwangsstörungen,
  • stressbedingten Beschwerden, z. B. Burnout, Tinnitus, Bluthochdruck,
  • posttraumatischen Belastungsstörungen,
  • Essstörungen wie Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie), Essanfällen mit Übergewicht (Binge-eating-Störung),
  • Persönlichkeitsstörungen, z. B. Borderline-Störung.

Behandlungsansatz

Unser Behandlungsangebot basiert dabei auf einem integrativen Behandlungsansatz. Das bedeutet, dass wir unterschiedlichste Therapieansätze je nach Bedürfnis des/der Patient:in kombinieren und durch regelmäßigen Austausch im Behandlungsteam ineinandergreifen lassen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Tiefenpsychologie.

Die patientennahe, möglichst individuelle Arbeit ist eines unserer wichtigsten Anliegen: Jede:r Patient:in erhält jeweils einmal in der Woche 50 Minuten Einzeltherapie bei einer Psychologin sowie ein Einzelgespräch bei einer Stationsärztin bzw. einem Stationsarzt. Zusätzlich erfolgt einmal wöchentlich eine fachärztliche psychosomatische Visite.

Ergänzt wird die Einzeltherapie u. a. durch gruppentherapeutische Verfahren wie die tiefenpsychologisch-interaktionelle Gruppentherapie und die Emotionsregulationstherapie.

Kreativ- und körpertherapeutische Gruppenangebote wie Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Tanztherapie und Feldenkrais sind als nonverbale, erlebnisaktivierende Verfahren besonders für Patient:innen wichtig, die einen gestörten Bezug zur eigenen Körperlichkeit aufweisen, wie etwa bei Essstörungen und Schmerzerkrankungen.

Ergänzend wirken zudem physiotherapeutische Verfahren sowie Entspannungsmethoden, wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, positiv auf die Patient:innen. Sie können helfen, die häufig vorhandene allgemeine Anspannung zu vermindern und die Körperwahrnehmung zu verbessern.