Wer Opfer einer Gewalttat wird oder eine solche miterlebt, kann psychisch schwer belastet werden. Angst, Schlafstörungen, innere Unruhe oder wiederkehrende Erinnerungen an das Erlebte können die Folge sein. Um Betroffenen frühzeitig professionelle Unterstützung zu ermöglichen, beteiligt sich das varisano Krankenhaus Hofheim seit dem 2. November am „Traumatherapienetzwerk Hessen“ mit einer Traumaambulanz. Für Betroffene bietet diese frühzeitige, schnelle und unkomplizierte psychotherapeutische Unterstützung. Dadurch sollen seelische Belastungen aufgefangen und langfristigen Traumafolgestörungen vorgebeugt werden.
Das Angebot richtet sich an Erwachsene, die selbst Opfer einer körperlichen oder psychischen Gewalttat, geworden sind. Auch Zeugen schwerer Gewalttaten sowie nahe Angehörige und Hinterbliebene können Hilfe erhalten.
Schnelle Hilfe ohne vorherigen Behördenbescheid
Ein wichtiger Vorteil des Angebots: Betroffene müssen nicht erst abwarten, dass ihr Anspruch behördlich bewilligt wird. Sie erhalten umgehend Hilfe. Die Behandlung kann bereits nach der ersten Kontaktaufnahme und Prüfung der grundsätzlichen Voraussetzungen durch die Klinik beginnen. Die Kostenübernahme erfolgt im Rahmen des Sozialgesetzbuches XIV (SGB XIV). Die Kosten müssen also nicht privat übernommen werden, sondern werden durch das Hessische Amt für Versorgung und Soziales getragen.
Wichtig dabei: Die Betroffenen sollten die Traumaambulanz möglichst innerhalb von zwölf Monaten nach dem belastenden Ereignis kontaktieren. Nur in Ausnahmefällen kann eine Behandlung möglich sein, nachdem diese Frist verstrichen ist.
Frühzeitig behandeln, langfristige Folgen vermeiden
Nach einem ersten Kontakt prüft das Team der Traumaambulanz, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Behandlung erfüllt sind. Ist dies der Fall, werden die Betroffenen an einen Bezugstherapeuten der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik in Hofheim vermittelt.
Das Angebot umfasst zunächst maximal fünf psychotherapeutische Sitzungen. Bei entsprechendem Bedarf können bis zu zehn weitere Sitzungen beantragt werden, sodass insgesamt maximal 15 Sitzungen möglich sind. Im Mittelpunkt steht neben einer umfassenden psychischen Diagnostik die Vermittlung von Stabilisierungstechniken und – wenn therapeutisch angezeigt – erste therapeutische Schritte, die dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Darüber hinaus beraten die Therapeuten zu weiterführenden Behandlungsmöglichkeiten, falls über die Akutversorgung hinaus therapeutischer Bedarf besteht.
Weiterführende Informationen zur Traumaambulanz und die zugehörigen Kontaktdaten sind auf der Internetseite der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik am varisano Krankenhaus Hofheim zu finden.