Ein umgeknickter Fuß, ein Sturz beim Sport oder ein Unfall im Alltag: Bei einem Sprunggelenkbruch ist häufig nicht nur der Knochen betroffen. Auch Bänder und Knorpel können verletzt sein. Am varisano Krankenhaus Bad Soden kommt deshalb nun ein modernes Operationsverfahren zum Einsatz, das das gesamte Sprunggelenk in den Blick nimmt. Die sogenannte arthroskopisch assistierte 360-Grad-Versorgung ermöglicht es, Knochenbrüche zu stabilisieren und gleichzeitig weitere Verletzungen im Gelenk zu erkennen und bei Bedarf direkt zu behandeln.
Federführend beim Ausbau dieser spezialisierten Versorgung ist Dr. med. Rainer C. Miksch. Der Chirurg wechselte in diesem Jahr vom LMU Klinikum München als Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an das Krankenhaus Bad Soden und bringt umfangreiche operative und wissenschaftliche Expertise in der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie mit.
Das gesamte Gelenk im Blick
Bei der neu eingeführten Methode wird die klassische operative Versorgung des Knochenbruchs mit einer Gelenkspiegelung, der sogenannten Arthroskopie, kombiniert. Über kleine Hautschnitte führt der Operateur eine winzige Kamera in das Gelenk ein. So lassen sich Verletzungen von Knorpel und Bändern erkennen, die bei der herkömmlichen Versorgung eines Bruchs möglicherweise unentdeckt bleiben. Auch die Stabilität des Gelenks kann unmittelbar überprüft werden.
„Unser Ziel ist es, bei einer komplexen Sprunggelenkverletzung nicht nur den gebrochenen Knochen zu behandeln, sondern das Gelenk als funktionelle Einheit zu betrachten“, erklärt Dr. Rainer Miksch. „Die Arthroskopie ermöglicht uns einen direkten Blick in das Gelenk. Dadurch können wir Begleitverletzungen differenziert beurteilen und die operative Versorgung individuell an die komplette Verletzung anpassen.“
Der 360-Grad-Ansatz berücksichtigt neben den Knochen auch die für die Gelenkstabilität wichtigen Bandstrukturen. Dazu gehören das Innenband und die sogenannte Syndesmose, eine Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein. Verletzungen dieser Strukturen können während des Eingriffs gezielt behandelt werden. Das schafft wichtige Voraussetzungen, um die natürliche Anatomie und Stabilität des Gelenks möglichst vollständig wiederherzustellen und seine langfristige Funktionsfähigkeit zu erhalten. Hierzu werden entsprechend die modernen Implantate eingesetzt.
Wissenschaftliche Expertise
Dr. Miksch beschäftigt sich auch wissenschaftlich intensiv mit der Versorgung von Sprunggelenkfrakturen. Er war der Erstautor einer 2025 veröffentlichten wissenschaftlichen Übersichtsarbeit, die die arthroskopisch unterstützte Frakturversorgung mit herkömmlichen Operationsverfahren verglichen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen und Patienten bei bestimmten Verletzungsformen von dieser Methode profitieren.
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