„Entwicklung heißt für mich, Freiraum zu bekommen und gefördert zu werden.“

Mit ihrer positiven Ausstrahlung und Herzlichkeit bringt Maria Pourbakhshi Licht, überall dort, wo sie ist: Bereits seit elf Jahren lebt die 41-jährige Pflegefachkraft in Deutschland. Ihr Weg war lang und nicht einfach. Maria kam als Geflüchtete aus dem Iran und hatte einen klaren Traum: Sie wollte mit Menschen arbeiten, am liebsten als Krankenschwester. Schritt für Schritt hat sie ein Leben in Deutschland aufgebaut, zunächst über ein Bundesfreiwilligenjahr am varisano Klinikum Frankfurt Höchst und dann über eine Ausbildung zur Pflegefachkraft an der varisano Akademie.

Heute ist sie examinierte Pflegefachkraft auf der Station 42 in der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am varisano Klinikum Frankfurt Höchst und hat ihre Aufgabe gefunden: für Patient:innen da zu sein, ihnen zuzuhören und zu helfen. Neben ihrer Arbeit ist Maria auch leidenschaftliche Autorin. In ihrem Buch „Mein Ziel war die Freiheit“ erzählt Maria die Geschichte ihrer Flucht aus dem Iran. Vor kurzem ist eine neue Geschichte von ihr im Sammelband „Winter Wunder Lichterfeste“ erschienen.

Was bedeutet dir die Arbeit mit den Patient:innen?

„Die Patient:innen sind der Grund, warum ich hier bin. Sie geben mir so viel und ich gebe ihnen mein Bestes. Das ist gegenseitige Hilfe, denn ich rede gerne mit ihnen und vor allem höre ich sehr gerne zu. Viele meiner Patient:innen sind älter, und ich liebe es, ihre Geschichten zu hören. Für mich ist der menschliche Kontakt das Allerwichtigste. Das macht mir Freude an meinem Beruf.“

„Die Klinik ist für mich der Ort, an dem ich angekommen bin und an dem ich bleiben möchte.“

Wie erlebst du den Klinikalltag?

„Ich habe hier von Anfang an echte Unterstützung erfahren. Ich durfte verschiedene Bereiche wie Geriatrie, Onkologie und Unfallchirurgie kennenlernen. In jedem Bereich bin ich gewachsen, weil ich immer wieder Neues lernen durfte. Was mich am meisten fasziniert, ist, dass ich verstanden habe: Wir sind alle wie Teile eines Puzzles. Die Pflegekräfte, die Ärzte, die Putzkräfte, der Transportdienst, einfach alle – alle zusammen bauen wir eine Klinik auf. Wenn ein Teil fehlt, funktioniert es nicht richtig. Und mein Team, ja, das ist wirklich wie ein zweites Zuhause für mich geworden. Ich werde hier sicher in Rente gehen. Das war mir von Anfang an klar.“

Welche Herausforderungen musstest du auf deinem Weg überwinden?

„Die Bürokratie, die Termine bei der Ausländerbehörde, die Verständigungsprobleme. Es war frustrierend und anstrengend die ganzen Abläufe zu verstehen. Meine Stationsleitung hat mir geholfen, mich zu orientieren. Ich habe gelernt, dass man sehr viel Geduld braucht. Und irgendwann muss es funktionieren.“

Weihnachten steht vor der Tür - was bedeutet dieses Fest für dich?

„Für mich ist es etwas Besonderes. Mein Mann und ich feiern Weihnachten immer gerne mit unseren Freunden. Meine Familie ist leider im Iran, aber ich habe hier in Deutschland viele Freunde dazugewonnen und habe früher auch im Gospelchor gesungen. Auch mit Kolleg:innen treffen wir uns zum Weihnachtsessen, trinken Glühwein oder essen Kartoffelpuffer. Für mich ist es ein sehr schönes Miteinander und ein Zeichen dafür, dass ich hier ein Zuhause gefunden habe.“