Jährlich werden in Deutschland rund 15.000 Patienten wegen Nierentumoren behandelt. Die Therapie von Nierentumoren hat in den vergangenen Jahren dabei erhebliche Fortschritte gemacht. Dennoch stellen insbesondere dorsal gelegene, also auf der Rückseite der Niere befindliche Tumoren, weiterhin eine große Herausforderung dar – vor allem dann, wenn die Niere erhalten werden soll.
Der Chefarzt der Klinik für Urologie des varisano Gesundheitsverbundes, Dr. med. Amr Ahmed. und sein Team haben nun ein neuartiges roboterassistiertes Operationsverfahren entwickelt, das genau hier ansetzt. Die innovative Methode ermöglicht die minimalinvasive Entfernung auch schwer zugänglicher Tumoren, während die Nierenfunktion gleichzeitig erhalten bleibt. Dies zeigen die Ergebnisse von 50 entsprechenden Operationen, die jüngst im Journal of Robotic Surgery (2026, Band 20, Seite 349) veröffentlicht wurden: In allen Fällen konnte der Tumor vollständig entfernt werden. Gleichzeitig zeigten sich niedrige Komplikationsraten, und die Nierenfunktion blieb in den meisten Fällen weitgehend erhalten. Auch bei komplexen Tumoren wurden überwiegend sehr gute Ergebnisse erzielt.
Eine erhaltene Nierenfunktion trägt u.a. dazu bei, Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen vorzubeugen, eine Dialysepflicht zu vermeiden und so die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Dadurch, dass der Eingriff roboterassistiert erfolgt, ergeben sich für den Patienten weitere Vorteile. Die Eingriffe mit OP-Robotern wie dem da Vinci, den Dr. Ahmed und sein Team im Krankenhaus Bad Soden einsetzen, sind minimalivasiv. Sie benötigen lediglich kleine Schnitte, um den Tumor zu erreichen, und sind aufgrund hoher Genauigkeit sehr gewebe- und nervenschonend. Dies begünstigt u.a. eine schneller Heilung.
Inspiration aus der Transplantationschirurgie
Die neue Technik basiert auf einer Weiterentwicklung etablierter roboterassistierter Verfahren und wurde durch Ansätze aus der Nierentransplantation inspiriert. Aufgrund des besonderen Zugangswegs bezeichnet Dr. Ahmed die Methode als „Upside-down“-Technik – ein gewissermaßen umgekehrter Zugang zur Niere. Dieser ermöglicht es, Tumoren auf der Rückseite des Organs deutlich besser zu erreichen und mit hoher Präzision zu entfernen.
Bedeutender Schritt für die urologische Chirurgie
Auch wenn weitere Studien erforderlich sind, um die Ergebnisse zu bestätigen, deutet sich bereits jetzt an, dass die „Upside-down“-Technik einen wichtigen Fortschritt in der operativen Behandlung von