Bei der Erstversorgung der Extrem-Frühchen arbeiten unterschiedlichste Berufsgruppen und Fachabteilungen zusammen. Chefarzt Dr. Christoph Meudt (2. v. r.) dankt dem Vorsitzenden des Fördervereins der Kinderklinik e. V., Dr. Johannes Eisen (4. v. r.), dafür, dass das Krankenhausteam aufgrund der großzügigen Spende den kleinsten Patienten und ihren Eltern noch besser helfen können. (Foto: varisano)

Mehr Nähe, mehr Sicherheit: Modernste Versorgung von Frühgeborenen direkt nach der Geburt. Förderverein der Kinderklinik ermöglicht moderne Behandlung direkt nach der Geburt

erschienen am 01.07.2026 | Klinikum Frankfurt Höchst

Am varisano Klinikum Frankfurt Höchst kommt ab sofort ein sogenannter Birth Trolley zum Einsatz. Das mobile Versorgungssystem ermöglicht es dem Perinatalzentrum Level 1 Extremfrühchen unmittelbar nach der Geburt direkt neben ihrer Mutter medizinisch zu versorgen. Dadurch kann die Nabelschnur zunächst intakt bleiben und wird erst durchtrennt, wenn sie vollständig auspulsiert ist und das Kind ausreichend stabil ist. Gerade für sehr kleine Frühgeborene bringt dieses Vorgehen wichtige medizinische Vorteile und sorgt gleichzeitig für mehr Nähe zwischen Eltern und Kind.

Der Versorgungstisch auf Rollen wurde durch den Förderverein der Kinderklinik finanziert, der dafür einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich bereitgestellt hat.

Vor allem Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.500 Gramm benötigen häufig unmittelbar nach der Geburt intensive medizinische Unterstützung. Bislang mussten sie dafür meist direkt nach der Geburt von der Nabelschnur getrennt und zu einem separaten Behandlungsplatz außerhalb des Kreißsaals bzw. des OP-Saals für Kaiserschnitte gebracht werden. Der mobile Birth Trolley ist mit einer beheizbaren Liegefläche, einer Wärmelampe, einem Monitor zur Überwachung der Vitalfunktionen sowie einem Beatmungsgerät ausgestattet. So kann das Behandlungsteam die Frühgeborenen direkt neben der Mutter umfassend versorgen, ohne sie unmittelbar nach der Geburt räumlich trennen und abnabeln zu müssen.

Während die Extremfrühchen bereits extern beatmet oder anderweitig intensivmedizinisch versorgt werden, erhalten sie parallel über die noch pulsierende Nabelschnur das sauerstoffhaltige Blut aus der Planzenta. Das sorgt für ein höheres Blutvolumen, stabilisiert den Kreislauf und erleichtert die Anpassung an das Leben außerhalb des Mutterleibs. Studien zeigen, dass dadurch das Risiko späterer Komplikationen sinken kann. Bei reifgeborenen Kindern gehört das verzögerte Abnabeln bereits seit Längerem zum medizinischen Standard. Mit dem neuen Versorgungssystem lässt sich dieses Vorgehen nun auch bei Extremfrühgeborenen umsetzen.

„Gerade bei Extremfrühchen können starke Blutdruckschwankungen das Risiko für gesundheitliche Komplikationen erhöhen. Deshalb war es uns wichtig, den Birth Trolley einzuführen. Dadurch ermöglichen wir ihnen einen sanfteren Start ins Leben und schaffen gleichzeitig optimale Voraussetzungen für eine sichere medizinische Versorgung“, erläutert Dr. Christopher Meudt, einer der beiden Chefärzte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Für die großzügige Unterstützung des Fördervereins sind wir deshalb sehr dankbar.“

 

Mehr Nähe für die ganze Familie
„Neben den medizinischen Vorteilen ist auch die Nähe zu den Eltern bedeutsam. Muss ein Frühgeborenes unmittelbar nach der Geburt behandelt werden, ist das für die Familie ohnehin eine belastende Situation. Wenn Mutter und Vater ihr Kind währenddessen sehen und ihm nahe sein können, gibt ihnen das häufig Sicherheit und stärkt die frühe Bindung“, sagt Dr. Johannes Eisen, Vorsitzender des Fördervereins der Kinderklinik.

 

Ein gemeinsames Projekt vieler Fachbereiche
Die Einführung des Birth Trolleys wurde von einem Team unterschiedlicher Berufsgruppen vorbereitet. Das ärztliche Team der Neonatologie und Geburtshilfe arbeiteten dabei ebenso eng zusammen wie Kinderintensivpflege, Hebammen sowie die Anästhesie und Anästhesie-Pflege. Nach gemeinsamen Schulungen kommt das neue Versorgungskonzept nun im Klinikalltag zum Einsatz.

Als Perinatalzentrum Level 1 gehört das varisano Klinikum Frankfurt Höchst zu den hochspezialisierten Einrichtungen für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit höchstem Risiko. Jährlich kommen hier rund 50 bis 60 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.500 Gramm zur Welt.

Kristin Seitz, Konzernbereichsleiterin Unternehmenskommunikation und Marketing, varisano Kliniken Frankfurt-Main-Taunus

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Geschäftsbereichsleiterin Unternehmenskommunikation und Marketing I varisano GmbH

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